Rezension zu “Zeit des Mutes”

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Hallo und herzlich Willkommen zu meiner neuen Rezension! 🙂

Im Rahmen des Deutschen Selfpublishing Preises 2019 darf ich einige Bücher lesen und sie euch hier auf Meinem Blog vorstellen. Es handelt sich bei den Werken also um Rezensionsexemplare*.

* Rezensionsexemplare oder Leseexemplare beeinflussen nicht meine Bewertung und/oder Rezension. Alles, was ihr hier lest, entspricht meiner persönlichen Meinung.

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❈ Infos zum Buch ❈

Autorin: Christiane Lind

Verlag: (Selfpublish)

ISBN: 978-3964434036

Taschenbuch: 392 Seiten

Preis: 9,99 Euro

Sprache: Deutsch

❈ Inhalt ❈

Den Frauen gewidmet, die vor einhundert Jahren das Wahlrecht erkämpften.

»Jede von uns hat Angst«, sagte Lucy. »Aber dass wir den Mut finden, sie zu überwinden, das macht uns zu Kämpferinnen.«

Deutschland 1913: Die schüchterne Emma wird von ihrer Familie zu Verwandten nach England geschickt, um einen Skandal zu vermeiden. Auf Hazelwell Manor taucht Emma in eine neue, ihr fremde Welt und verliebt sich unglücklich in Percival, den jungen Lord. Ihre Liebe scheint aussichtslos, bis sie Zeugin eines tragischen Unglücks wird. Nun hat sie Percival in der Hand und zwingt ihn zur Ehe.
Auch dem jungen Dienstmädchen Lucy fällt es schwer, sich an all die Regeln in Hazelwell Manor zu halten. Doch sie braucht diese Arbeit, um für ihre Familie zu sorgen. Nach dem schicksalhaften Unglück muss Lucy das Herrenhaus und ihr altes Leben verlassen. In London ist sie verloren, bis sie auf die Suffragetten, die Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht, trifft.
Auch Emma ist mit ihrem Ehemann, der sie verachtet, nach London gezogen. Als sie Lucy wiedersieht, muss Emma sich entscheiden: Findet sie den Mut, die Wahrheit einzugestehen und ein eigenes Leben zu beginnen?

Ein packender Roman um zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten, deren Schicksal miteinander verwoben ist vor dem Hintergrund der dramatischen Kämpfe um das Frauenwahlrecht in England.

❈ Erster Satz ❈

So etwas kann auch nur mir passieren.

❈ Meine Meinung ❈

Beginnen wir wie gewohnt mit dem Cover: Aufgrund der schönen Farben und dem romantischen Motiv ist es mir schnell aufgefallen. Anfangs habe ich mich jedoch gefragt: “Was macht eine Erwachsenenromanze unter den Jugendbüchern?” Ja, ich musste das Cover sofort mit einem Liebesroman assoziieren. Da mich der Titel “Zeit des Mutes” auch eher (gerade wegen des romantischen Designs) an einen Rosamunde Pilcher Roman erinnert hat, war das einzige Indiz, dass es sich hierbei um viel mehr als nur eine Liebesgeschichte inmitten einer traumhaften Landschaft handelt, die Anmerkung im weißen Kreis unten links auf dem Cover: “100 Jahre Frauenwahlrecht”.

Mit diesem Stichwort “100 Jahre Frauenwahlrecht” kommen wir zum nächsten Thema: der Idee – und noch wichtiger – ihrer Umsetzung. Ich finde es absolut genial, dass Christiane Lind sich dazu entschlossen hat, die Geschichte der mutigen Suffragetten niederzuschreiben. Und noch besser finde ich, dass sie nicht nur eine spannende Story aufs Papier gebracht hat, sondern den Inhalt auch mit wahren Ereignissen verknüpft hat. So passierte das tragische Unglück mit Emily Wilding Davison wirklich (mehr verrate ich dazu nicht, und falls ihr euch nicht spoilern wollte, rate ich euch davon ab, die Geschichte von Emily Wilding Davison zu googeln ;)). Doch was ist nun Wahrheit und was ist Fiktion? Diese Frage klärt sich für die Leser/innen in einem 30-Seiten starken Anhang. Die Autorin liefert historische Genauigkeit, indem sie den Hintergrund im Kampf um das Frauenrecht erläutert und wichtige Ereignisse nennt. Außerdem klärt sie im Anhang die essentielle Frage, wann Frauen letztendlich das Wahlrecht erhielten, und listet Hintergrund-Literatur auf (in ihre Lieblingsserie “Downtown Abbey” werde ich demnächst auch reinschauen :)).

Eine Sache erscheint mir jedoch merkwürdig… ACHTUNG SPOILER!!! Warum verliebt sich Emma in Percival? Einerseits findet sie sein Verhalten schrecklich und erfährt, dass er sogar über sie gelästert hat, andererseits möchte sie ihn zum Mann nehmen. Ich kann ihre Gefühle schwer nachvollziehen. -> S.145 Sie erpresst ihn zu Ehe, fühlt sich unter seinem Blick „fett und hässlich“ (S.146). Da kann ich sogar Percivals Reaktion auf ihr Ultimatum besser nachvollziehen. Und dann stimmt er der Verlobung innerhalb weniger Sekunden zu! Andererseits ist es eine Situation, von der ich noch nie in einer Geschichte gelesen habe. Warum merkt Emma erst so spät, dass sie von Percival schlecht behandelt wird? Nach der Hochzeit schreibt die junge Dame Folgendes in ihr Tagebuch: „Wie hätte ich ahnen können, was für eine Finsternis sich dahinter verbirgt?“ Nun ja, er hat über ihren Körper gelästert – wenn dies nicht Zeichen genug ist für seinen miesen Charakter?! SPOILER ZU ENDE!!

Ein tolles Buch, das die Geschichte von einigen sehr mutigen Frauen erzählt. Gut geschrieben, überzeugende Charaktere, geschichtlich solide recherchiert. Die Geschichte wird nicht ganz chronologisch erzählt, so begreife ich als Leserin erst zum Ende, was der Prolog aussagt.

Ich gebe dem Buch 4,5 von 5 Traumwolken!

Ich hoffe, dass euch meine Rezension gefallen hat.  Anregungen, Wünsche, Kritik oder Fragen könnt ihr immer unten in die Kommentare schreiben! ♥  

Liebe Grüße

eure Julia ♥

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